Gründungsstrategie Fairkultur AG
Mit FK Fairkultur eG als Treuhänderin in der Gründungsphase
1. Zielsetzung & Leitbild
Die Fairkultur AG i. Vorgr. wird als gemeinwohlorientierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin gegründet. Sie dient als bundesweit tätiger Finanzierer für Projekte der Kunst-, Kultur- und Kreativwirtschaft – mit Fokus auf nachhaltige Kulturwohnformen, Kulturbauten und kreative Infrastrukturen.
Die FK Fairkultur eG übernimmt in der Gründungsphase treuhänderisch die Organisation, Konzeption und Entwicklung der AG und stellt die gemeinwohlorientierte Ausrichtung sicher.
2. Gründungsstruktur & Treuhandmodell
Die Fairkultur AG wird formal von der FK Fairkultur eG treuhänderisch gegründet und strukturiert.
Die Genossenschaft übernimmt Aufgaben wie Satzungserstellung, Kapitalakquise, Projektentwicklung und Aufbau des Partnernetzwerks.
Die AG wird mit einem klar gemeinwohlorientierten Profil ausgestattet, inklusive Beteiligungsformate für Kommunen, Kulturakteur:innen und Bürger:innen.
3. Finanzierung & Investitionsmodell
Die AG vergibt zweckgebundene Darlehen, Mikrofinanzierungen und Projektbeteiligungen an gemeinwohlorientierte Kultur- und Kreativprojekte, Wohnbauvorhaben sowie Kulturbauten.
Finanzierungsmittel stammen aus:
- Aktienemissionen (Bürgeraktien, Kulturaktien, institutionelle Beteiligungen)
- Impact-Investoren, Stiftungen, Family Offices
- Kulturanleihen und Crowdinvesting
- Fördermitteln von EU, Bund, Ländern und Stiftungen
- Kooperation mit kommunalen Partnern bundesweit, insbesondere im ländlichen Raum, mit Fokusregionen wie Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.
4. Schwerpunktprojekte
- Kulturwohnquartiere mit bezahlbarem Wohnraum, Arbeitsflächen und soziokulturellen Angeboten für Künstler:innen und Kreative
- Künstlerische Produktionsstätten und Kreativwirtschaftscluster in Stadt und Land
Kulturelle Infrastruktur: Bühnen, Ausstellungshäuser, Bildungsorte, Werkstätten
- Beratung, Entwicklung und Betrieb dieser Projekte erfolgt durch die FK Fairkultur eG – insbesondere für Kommunen ohne eigene kulturelle Entwicklungsstrukturen
5. Wirkungsorientiertes Monitoring
Einführung einer Gemeinwohl-Bilanz nach GWÖ-Modell (1)
- Wirkungsindikatoren u.a. zur kulturellen Teilhabe, regionalen Wertschöpfung, Diversität und sozialen Effekten
- Jährliche Wirkungsberichte und öffentlich einsehbare Projektergebnisse
(1) Das GWÖ-Modell basiert auf vier Säulen: Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung. Ziel ist eine Wirtschaft, die nicht nur wirtschaftlichen Erfolg anstrebt, sondern auch Verantwortung für Mensch und Umwelt übernimmt.
6. Partnerschaften & Netzwerke
- Kooperationen mit kommunalen Verwaltungen bundesweit, insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Räumen
- Aufbau eines Netzwerks aus Kulturverbänden, Hochschulen, Architekturbüros, sozialen Trägern und Stiftungen
- Fokusregion Berlin und Brandenburg als Pilotraum für Kulturwohnprojekte und kreative Daseinsvorsorge
7. Nächste Schritte (Phasenplan)
1. Abschluss des Treuhandvertrags zwischen eG und Gründungsinitiator:innen
2. Erarbeitung der AG-Satzung mit gemeinwohlorientiertem Beteiligungsmodell
3. Notarielle Gründung und Eintragung der AG
4. Seed-Kapitalrunde mit strategischen Partner:innen
5. Erste Pilotprojekte in Brandenburg und weiteren Modellkommunen
6. Ausbau der AG zur bundesweiten Plattform für sozial orientierte Kulturfinanzierung